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am 20. August

Lösungen im Gurkerl – Dilemma?

Pauline Obermayr, Günther Weiß - Die Grünen Bauern Pauline Obermayr und Gerald Pflügelmeier sehen die Diskussion um das Essiggurkerl hausgemacht. Es drohen wie in Textil- oder Schuhhandwerk mittelfristig der Verlust von Unternehmen, Arbeitsplätzen und qualitativer Versorgung in Österreich und Europa. Nun brauche es neue, zukunftsorientierte Rahmenbedingungen statt Streichung von Versicherungsleistungen für Landarbeiter.

Die Krise rund um das Essiggurkerl hat viele Ursachen und leider wenig nachhaltige Lösungsansätze.

Die Grüne Bäuerin Pauline Obermayr aus Meggenhofen und der Grüne Bauer Gerald Pflügelmeier aus Fraham beobachten die aktuelle Entwicklung kritisch und sehen die heimische Agrarpolitik in der Pflicht.

Nach der landwirtschaftlichen Industrialisierung und Globalisierung der letzten Jahrzehnte kommt, was kommen muss: Enormer Preisdruck durch das Spiel der freien Märkte, bei denen unsere klein strukturierte Landwirtschaft immer weniger mithalten kann.

Das Eferdinger Essiggurkerl sei laut den beiden ein Lehrbeispiel dafür, was uns mehr und mehr blüht, wenn sich die österreichische Landwirtschaft nicht umstellt und neue Wege denkt.

Selbst in Niederbayern, wo sich Europas größtes zusammenhängendes Gurkerlanbaugebiet mit über 1000ha Fläche befindet, hat man Probleme. Und dies obwohl dort meist keine Sozialversicherungsabgaben für Saisonarbeiter bezahlt werden. Der Preisdruck bewegt auch dort mehr und mehr Bauern zum Aufgeben.

Gleiches passierte in den letzten Jahrzehnten zB in den Bereichen Textil, Schuhe und diverse Konsumgüter. Österreich und Europa verlieren, was manuell hergestellt wird.

Dies zeige, dass es wirklich an der Zeit zum Handeln ist. Die Agrarpolitik, Landwirtschaftskammern, politische Interessensvertretungen, Produzenten, landwirtschaftliche Verbände, Versicherer, Veredler und Handel sollten gemeinsam an die kommenden Herausforderungen herangehen und neue Modelle erarbeiten.

Gerade jetzt, wo es nach wie vor ein Bauernsterben in Österreich gibt und der Klimawandel zusätzliche Probleme aufwirft, sei dies unumgänglich um die österreichische Landwirtschaft fit für die Zukunft zu machen.

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